Deutsche Konstruktionen mit der Präposition 'bis' gefolgt von einer Präpositionalgruppe, die selbst durch eine weitere Präposition eingeleitet wird, weisen eine große Vielfalt auf. Die Gebrauchsmöglichkeiten der deutschen Präposition 'bis' sind in der wissenschaftlichen Literatur über Präpositionen kaum behandelt worden. Folgender Beitrag nimmt sich vor, die syntaktische und semantische Vielfalt dieser Präposition zu beschreiben. Ein geeigneter theoretischer Rahmen für die Beschreibung solcher Beispiele bietet die Konstruktionsgrammatik, die einen engen Zusammenhang zwischen Sprachwissen und enzyklopädischem Wissen postuliert, die aber weiter die Grammatik als Ausdruck von zugrundeliegenden Konzeptualisierungen sieht und die das grammatische Wissen in einem Netzwerk von Konstruktionen repräsentiert. Von ganz besonderem Interesse sind komplexe Konstruktionen, die nicht nur eine 'bis'-Präpositionalgruppe enthalten, sondern auch weiter ein komplexes Richtungsadverb, wie etwa 'bis in die Welt hinaus'. Solche Beispiele veranschaulichen die Notwendigkeit, größere sprachliche Einheiten – sogenannte Konstruktionen –, die durch das Prinzip der Nicht-Kompositionalität im Sinne von Goldbergs Konstruktionsgrammatik (1995 und 2006) gekennzeichnet sind, zu postulieren.
De Knop, S. (2014). Deutsche Konstruktionen mit komplexen ‘bis’-Präpositionalgruppen. In Alexander Lasch & Alexander Ziem (ed.), Grammatik als Inventar von Konstruktionen? Sprachliches Wissen im Fokus der Konstruktionsgrammatik (pp. 157-174). de Gruyter. https://hdl.handle.net/2078.5/237427