Die Urteile des OLG Stuttgart vom 18.12.2024 fügen sich in eine ganze Reihe von Gerichtsverfahren im Fall Wirecard ein (zum Hintergrund Mülbert/Sajnovits BKR 2019, 313). Dabei hatte der BGH bereits im Januar 2024 die Amtshaftung der BaFin wegen verzögerter Bilanzkontrolle abgelehnt (BKR 2024, 241 m. Anm. Brandt). Nunmehr geht es in weiteren Verfahren darum, ob die BaFin mit ihrem auf Art. 20 der VO (EU) Nr. 236/2012 (LeerverkaufsVO) gestützten Leerverkaufsverbot vom Februar 2019 und einer Strafanzeige wegen des Verdachts einer Short-Selling-Attacke im April 2019 Amtspflichten verletzt hat. Hierzu hatte das LG Trier bereits im Mai 2024 entschieden, dass das Leerverkaufsverbot der BaFin aus damaliger Sicht vertretbar sei und die Amtspflichtverletzung ohnehin wegen des nach § 4 Abs. 4 FinDAG ausgeschlossenen Drittschutzes scheitert (BKR 2024, 724). Ähnlich hatten die Landgerichte Stuttgart (7 O 215/23 u. 7 O 184/23), Tübingen (7 O 297/23) und Ulm (7 O 319/23) entschieden. Das OLG Stuttgart hatte nunmehr über vier Berufungen in diesen Fällen zu entscheiden.
Bauerschmidt, J. (2025). Anmerkung zu OLG Stuttgart Urt. v. 18.12.2024 – 4 U 94/24. Zeitschrift fuer Bank- und Kapitalmarktrecht, 25(6), 286-288. https://hdl.handle.net/2078.5/272844 (Original work published 2025)