Frequente deutsche Konstruktionen: Lernschwierigkeiten und konstruktionsbasierte didaktische Lösungsansätze

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2026_FLUL_05_FrequenteDtKonstr_Lernschwierigkeiten&Lösungsansätze.pdf
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Seit einigen Jahren wird in der Fremdsprachen-Didaktik der Ansatz vertreten, dass das Fremdsprachenlernen vor allem ein Konstruktionslernen bedeutet (Bürgel et al. 2021; De Knop 2020; Herbst 2016; Siepmann 2007). Dies hat zur Folge, dass die traditionelle modulare Dichotomie zwischen Lexikon/Wortschatz und Grammatik aufgegeben wird. Konstruktionen werden als syntaktische Muster oder Schemas gesehen, die mit lexikalischem Material „gefüllt“ (Handwerker 2015) sind. Bis jetzt haben konstruktionsbasierte didaktische Studien sich hauptsächlich mit den Vorzügen der Konstruktionsgrammatik für den Erwerb einer Fremdsprache auseinandergesetzt (u. a. Boas 2022; Bürgel et al. 2021; De Knop 2022) bzw. einzelne spezifische Konstruktionen beschrieben (siehe u. a. die Beiträge in Ruiz de Mendoza Ibanez et al. 2017). Was fehlt sind sprachspezifische Inventare authentischer und frequenter Konstruktionen, die für den Erwerb der Fremdsprache relevant sind. Dies trifft auch auf die deutsche Sprache zu. Die ‚typisch deutschen‘ Konstruktionen sind oft problematisch für Lernende, da sie keine Äquivalente in der Muttersprache haben. Unsere Studie nimmt sich vor, ein solches Inventar für die deutsche Sprache aufzustellen und zu definieren. Mit einer durch die Autorin und aus Gallez (2020) zusammengestellten Beispiele-Sammlung aus Presse-Artikeln werden im ersten Teil des Beitrags die sogenannte ‚caused-motion‘ Konstruktion, die resultative Konstruktion, die applikative Konstruktion und die pleonastische Konstruktion als typisch deutsche Konstruktionen beschrieben. Im zweiten Teil wird auf die (unechte) reflexive ‚caused-motion‘ Konstruktion fokussiert, wie etwa in (1) „Belgien zittert sich ins Achtelfinale.“ (Hamburger Abendblatt, 27.6.2024) oder (2) „Boris Hermann hat sich in die Herzen […] der Deutschen hineingesegelt.“ (Hamburger Abendblatt, 09.2.2021), und dabei die Herausforderungen für Lernende französischer Muttersprache illustriert und besprochen. Der letzte Teil des Beitrags stellt einige didaktische Wege dar, die das Erlernen der (unechten) reflexiven ‚caused-motion‘ Konstruktion erleichtern können. Dazu gehören ‚structural priming‘ (De Knop & Mollica 2024) und ‚data-driven learning (DDL)‘ (Gilquin 2022).
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