(de) Dieser Beitrag zur ostbelgischen Literatur befasst sich mit der Vergangenheitsbewältigung in der zwischen 1920 und 2010 veröffentlichten Belletristik. Zu den markanten Ereignissen dieser Zeit gehören v.a. die beiden Weltkriege sowie die verschiedenen Staatenwechsel von 1920, 1940 und 1945. Diese Begebenheiten und die lange Suche nach Anerkennung im belgischen Staat sind eng mit dem Problem der Konstruiertheit ‚kollektiver Identität’ verknüpft. Die schmerzhaften Kriegserinnerungen und eine besondere Feinfühligkeit für die Willkür politischer Grenzen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Literatur des deutschsprachigen Gebietes Belgiens. Insbesondere in den letzten zehn Jahren wurden vermehrt historische Romane bzw. Entwicklungsromane mit historischem Hintergrund veröffentlicht. Die hier behandelte Literatur als Träger des „kulturellen Gedächtnisses“ (Assmann) der deutschsprachigen Belgier gibt einen Einblick in jene Elemente, die der Konstruktion einer kollektiven Identität dienlich sind. So kann anhand der Literatur festgestellt werden, dass die Grenzlage und Mehrsprachigkeit zu identitätsstiftenden Komponenten für die Bevölkerung geworden sind.
Beck, P. (2010). Vergangenheitsbewältigung und Identitätssuche in der Literatur Ostbelgiens. In Anne BEGENAT-NEUSCHÄFER (Hg.) (ed.), Die Deutschsprachige Gemeinschaft. Eine Bestandsaufnahme (p. p. 113-138). P.I.E. Peter Lang. https://hdl.handle.net/2078.5/75517