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(de) Bertolt Brechts Konzeption eines Theaters, in dem das Gegenwärtige nicht isoliert, sondern innerhalb seines Entstehungsprozesses zu verstehen ist, dient dem Text, der die Ausstellung “Prozesse” begleitet, als Ausgangspunkt. Das Bild als Visualisierung künstlerischer Vorgehensweisen, sowie die normalerweise aus bestehenden “fertigen” Kunstwerken ausgegrenzten materiellen Zeugnisse und Indizien der Werkerzeugung treten hier in den Vordergrund. In diesem Sinne wird das fotografische Bild nicht als Resultat, als das Werk abschließende künstlerische Setzung verstanden, sondern als Teil einer Kunstpraxis, in der prozessuale Offenheit, das Ungewisse und “Noch-nicht-konkrete” im Zentrum stehen. Die ausgestellten Werke werden demzufolge als Kristallisationspunkte von Experimenten und Ideen präsentiert. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, inwiefern sich künstlerische Abläufe, losgelöst von ihren Ursprungsorten und der Produktion, im Ausstellungskontext überhaupt interpretieren lassen. Das Ziel kann dabei nicht die authentische Rekonstruktion des Produktionsprozesses sein; vielmehr geht es darum, das Prozesshafte selbst für den Betrachter erfahrbar zu machen. Die Konfrontation der Fotografien mit Spuren ihrer Konzeption – Dokumenten, Texten, Entwürfen, etc. – als auch mit anderen Künstlern soll den Betrachter dazu einzuladen, das einzelne Werk im Sinne Brechts als ein im “Fluß des Geschehens” stehendes “vielfältig zu erleben”.
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Citations

Streitberger, A. (2012). Prozesse. Galerie Raum mit Licht. https://hdl.handle.net/2078.5/80849