Hybridität und Intermedialität sind Begriffe, die in den letzten Jahren zunehmend dann bemüht wurden, wenn es darum ging, Funktion und Bedeutung der Fotografie im digitalen Zeitalter der „electrobricolage“ (W. J. Mitchell) zu bestimmen. Im Vortrag wird der Frage nach dem Stellenwert der Fotografie innerhalb der heutigen digitalen Bildkultur nachgegangen. Das digitale Panorama in Form eines aus fotografischen Bildern generierten, virtuell bereisbaren Environments bietet sich diesbezüglich als ein besonders signifikantes Beispiel an. An ihm lässt sich beobachten, wie sich Formen, Kategorien und Funktionen, die traditionell entweder der Fotografie oder dem Film zugesprochen werden, auflösen und in einem hybriden Bildraum miteinander verschmelzen. Darüber hinaus soll gezeigt werden, dass sich in diesen fotofilmischen Panoramen Bedürfnisse unserer heutigen Mediengesellschaft wie Unmittelbarkeit, Immersion und Kontrolle wiederspiegeln bzw. – im Falle künstlerischer Arbeiten David Claerbouts, Victor Burgins oder John Gerrards – kritisch hinterfragt werden.
Streitberger, A. (2015). Das virtuelle Panorama. Fotografie als intermediale Praxis in der zeitgenössischen Bildkultur. Studientage für Fotografie 2015: Erscheinungen der Fotografie, Philipps-Universität Marburg, Fotoforum Frankfurt. https://hdl.handle.net/2078.5/188358