"Situational Aesthetics". Die performative Relevanz performativer Bilder

(2018) Listen der Dokumentation. Von der Eigengesetzlichkeit der Performance-Fotografie — Location: Freie Universität Berlin (31.May.2018)

Files

No attached file found for this publication.

Details

Authors
Abstract
Im Jahre 1969 prägten die Künstler Victor Burgin und Michael Kirby unabhängig voneinander den Begriff der ‚Situational Aesthetics’, mit dem sie sich von einem formalistischen, auf Autonomie und Selbstbezüglichkeit beruhenden Kunstverständnis abgrenzen wollten. In beiden Fällen wird das Kunstwerk nicht durch ihm inhärente Qualitäten, sondern als Produkt einer Situation, das heißt eines sozialen, räumlichen und perzeptiven Kontextes definiert, der den Handlungsspielraum sowohl des Werks als auch des Betrachters festlegt. Die Fotografie ist dabei Teil einer performativen Inszenierung, innerhalb derer ihr eine Rolle zugeschrieben wird, die Burgin in Anlehnung an Morse Peckham in den Begriff des „role-playing“ fasst. Wenn Peckham das Kunstwerk als “an occasion for a human being to perform the art-perceiving role in the artistic situation, that is, on the artistic stage” beschreibt, so lässt sich dies auch für die Verwendung der Fotografie bei Burgin und Kirby behaupten. Wie bereits die Titel der um 1970 entstandenen Werke „Photopath“, „Performative/Narrative“ (Burgin) oder „Embedded Sculptures“ (Kirby) suggerieren, geht es darum, das ästhetische, soziale und performative Rollenverhältnis zwischen fotografischem Bild und Betrachter in den Vordergrund zu rücken. Das „theatralische Erlebnis“ (Kirby) des situationellen Kunstwerks wird folglich nicht durch das fotografische Bild dokumentiert oder rekonstruiert. Es entsteht vielmehr durch die Fotografie, indem diese sowohl als Akteur wie auch als Hinweis auf die Situation des Betrachters („situational cue“) auftritt.
Affiliations

Citations

Streitberger, A. (2018). “Situational Aesthetics”. Die performative Relevanz performativer Bilder. Listen der Dokumentation. Von der Eigengesetzlichkeit der Performance-Fotografie, Freie Universität Berlin. https://hdl.handle.net/2078.5/127002