Bei Perversionen ist die Übertragung durch spezifische Probleme charakterisiert, so etwa eine aufsässige und polemische Haltung, erotische Übertragung, Projektionen und Aggression. Eine solche Übertragung bereitet in der Behandlung von Perversionen besondere Probleme und kann die analytische Arbeit mit diesen Patienten unmöglich machen. Die Autoren schlagen vor, mithilfe von Lacans Schema L zwischen produktiven und nicht-produktiven Übertragungsaspekten zu differenzieren, weil es eine imaginäre und eine symbolische Dimension in der Übertragung unterscheidet. In dieser Metasynthese von elf publizierten Fallstudien zu sexuellen Perversionen werden Übertragungsmuster analysiert. Zur imaginären Dimension fanden die Autoren heraus, dass perverse Patienten dazu neigen, den Analytiker (un)bewusst in eine durch Identifizierung, Verschmelzung und Rivalität charakterisierte Beziehung hineinzuziehen. Zur symbolischen Dimension stellten sie fest, dass perverse Patienten ihre Motive, Fehlleistungen, Symptome und subjektive Identität hinterfragen können. Die thematische Analyse zeigte, wie wichtig die Position des Analytikers in dieser Arbeit ist, die im Schema L als die Repräsentation der Andersartigkeit des Anderen beschrieben wird. Folgerungen für die klinische Praxis und Empfehlungen für die weitere Forschung werden skizziert.
Willemsen, J., Inslegers, R., Meganck, R., Geerardyn, F., Desmet, M., & Vanheule, S. (2016). Eine Metasynthese publizierter Fallstudien anhand von Lacans Schema L: Die Übertragung bei Perversionen. In Mauss-Hanke, Angela (ed.), Internationale Psychoanalyse, Band 11: Erregungen (p. p. 133-160). Psychosozial. https://hdl.handle.net/2078.5/122643