Faciale Metamorphosen. Verwendung und Diffusion fotografischer Porträts in der flüchtigen Moderne

(2014) Fotografisches Handeln — Location: Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (10.July.2014)

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In seinem 1996 erschienenen Zukunftsroman „Infinite Jest“ beschreibt David Foster Wallace die Videophonie als eine neuartige Technologie der Telekommunikation, die es ermöglicht, den Gesprächspartner per Direktbildübertragung live zu erleben. Aufgrund von „emotionalem Stress“ wird das Livebild allerdings schnell zunächst von Masken und dann von „Transmittable Tableaux“ (TT) verdrängt. Letztere stellen ein stark bearbeitetes Fotoporträt dar, hinter dem das ‚Original’ seine wahres Gesicht und seine zerstreuten Tätigkeiten während des Telefonats verbergen kann. Ausgehend von dieser fiktionalen Episode soll die Frage nach der Verwendung und der Diffusion fotografischer Porträts im Zeitalter digitaler Medien gestellt werden. Die Begriffe der „flüchtigen Moderne“ (Zygmunt Bauman) und der „facialen Gesellschaft“ (Thomas Macho) dienen dabei als Ausgangspunkte, um zu zeigen, wie fotografische Porträts frei in den Medien zirkulieren, wo sie, unter Einfluss anderer Repräsentationsformen, fortwährend Metamorphosen durchlaufen, um sich als hochgradig fluide und mobile digitale Doubles ständig neu zu formieren. Arbeiten von Nancy Burson, Orlan und Tony Oursler sollen veranschaulichen, wie das Gesicht als wandelbare Projektionsfläche zwischen Idealschönem und Monstruosität oszilliert und somit als ‚flüchtiges’ Porträt durch die Medienplattformen unserer Zeit geistert.
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Citations

Streitberger, A. (2014). Faciale Metamorphosen. Verwendung und Diffusion fotografischer Porträts in der flüchtigen Moderne. Fotografisches Handeln, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. https://hdl.handle.net/2078.5/47143