Obwohl die linguistische Erforschung von Intensivierung inzwischen eine fast fünfzigjährige Forschungsgeschichte aufweist, bleibt ihre Erfassung in großen Teilen immer noch lückenhaft. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass es sich bei Intensivierung - in den Worten Napoli und Ravetto (2017a: 3) - um ein „complex and pervasive phenomenon“ (Napoli/Ravetto 2017a: 3) handelt. Dass dies auch für das Deutsche gilt, hat am ausführlichsten van Os' Studie zu Intensivierungsformen des Deutschen gezeigt (von Os 1989). van Os betrachtet Intensivierung als eine „funktional-semantische Kategorie der Verstärkung oder der Abschwächung”. Auch wenn er diese Kategorie bei einer Vielzahl sprachlicher Erscheinungen am Werk sieht, liegt sein Fokus allein auf unterschiedlichen Stufen morphologischer Komplexität. Syntaktische, pragmatische und textlinguistische Aspekte bleiben weitgehend unbeachtet. Vor dem Hintergrund derartiger Forschungslücken setzt sich der Sammelband zum Ziel, neue Impulse zu einer umfassenderen Untersuchung von sprachlicher Intensivierung zu setzen.
Mollica, F., Ziem, A., & De Knop, S. (2025). Intensivierung: Neue Impulse zu einem vielfältigen Phänomen. In Ziem, Alexander; Mollica, Fabio; De Knop, Sabine (ed.), Konstruktionen der Intensivierung: Formen und Funktionen. Institut für Deutsche Sprache (IDS). https://hdl.handle.net/2078.5/260120