Der Tanz ist ein wiederkehrendes Motiv in Heines Oeuvre. Ihm kommen zwar verschiedene Bedeutungen zu, aber kennzeichnend ist, dass der Autor in seinem Werk wahrlich Kritik am Ballett übte, so auch im Ballettlibretto 'Doktor Faust' (1846). Möglicherweise kam es aus diesem Grund niemals zu einer Aufführung. Des Weiteren wurde sein Entwurf zu seiner Zeit als bühnenuntauglich abgelehnt, denn er galt als zu gewagt (u.a. aufgrund der erotisch aufgeladenen Szenen). Anhand der bekanntesten Libretto-Fassung, die Heines Text als Vorlage verwendete, nämlich Abraxas von Werner Egk (1948), soll zwischen den von Schriftstellern erfassten Libretti und den von Komponisten oder Choreographen unterschieden werden, um zu klären, weshalb ein Libretto allgemein als literarisches Objekt behandelt werden soll. Es gilt zu untersuchen, wie eine literarische Quelle für den Tanz adaptiert wird und was bei Heine 'tanzbar' ist.
HÖLTSCHI, V. (2018). Heinrich Heines ‘Doktor Faust’. Das Ballettlibretto als Literatur. 21. Internationales Forum Junge Heine Forschung, Düsseldorf. https://hdl.handle.net/2078.5/173826