Eine konstruktionsbasierte Beschreibung deutscher Kollokationen mit Positions- und Lokalisierungsverben für französischsprachige Lerner

(2016) Kollokationen und Phrasem-Konstruktionen im Fremdsprachenunterricht — Location: Universität Düsseldorf (8.December.2016)

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Deutsche Konstruktionen mit Positions- oder Lokalisierungsverben bilden eine Herausforderung für französischsprachige Lerner. Die Lernschwierigkeiten hängen nicht nur von der syntaktischen Struktur ab, sondern auch von der korrekten Auswahl des Positions- oder Lokalisierungsverbs und der Spezifizierung des morpho-syntaktischen Kasus, wie folgende Beispiele veranschaulichen: (1) Im Deutschen muss man ein Komma zwischen Hauptsatz und Nebensatz setzen. [AKKUSATIV] (2) Im Deutschen muss ein Komma zwischen Hauptsatz und Nebensatz stehen. [DATIV] Noch größere Lernschwierigkeiten bereiten sogenannte ‘Funktionsverbgefügen’ (Eisenberg 2006 oder Van Pottelberge 2001) mit diesen Verben, wie etwa in Verbindung setzen oder in den Vordergrund stellen. Die Schwierigkeiten lassen sich einerseits durch sprachtypologische Unterschiede (Talmy 2000) erklären, da Französisch als romanische Sprache ein allgemeines Verb (mettre oder sein) für Lokalisierungs- und Positionsausdrücke benutzt und Deutsch über eine Vielfalt an solchen Verben verfügt (siehe etwa Berthele 2012; De Knop 2014; Fagan 1991; Kutscher & Schultze-Berndt 2007), etwa stellen/stehen, setzen/sitzen, legen/liegen, hängen, stecken, usw. Weiter muss sich der Lerner für das eine oder das andere Verb in den Funktionsverbgefügen entscheiden, wie aus den Beispielen ersichtlich ist. Eine Hilfestellung für diese Entscheidungen ist weder in Grammatik- oder Handbüchern, noch in der wissenschaflichen Literatur zu finden. Die Studie zeigt, dass die Beschreibung der Positions- und Lokalisierungsverben in einem semantischen Netzwerk, wie von der kognitiven Linguistik postuliert wird, einen ersten Schritt zur Veranschaulichung der verschiedenen Kontexte, in denen diese Verben benutzt werden, bilden kann. Weiter kann eine konstruktionsbasierte Methodologie, die von der ‘caused motion‘ Konstruktion (Goldberg 1995 und 2006) und der entsprechenden intransitiven Konstruktion und der lexikalischen und syntaktischen Realisierung innerhalb dieser Konstruktionen ausgeht, von Nutzen für den Fremdsprachenunterricht sein. Diese Didaktik bietet weiter den Vorteil, dass Konstruktionen und die entsprechenden Positions- und Lokalisierungsverben gleichzeitig unterrichtet werden können, was zu einer integrativen und zeitsparenden Fremdsprachenpädagogik führt.
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Citations

De Knop, S. (2016). Eine konstruktionsbasierte Beschreibung deutscher Kollokationen mit Positions- und Lokalisierungsverben für französischsprachige Lerner. Kollokationen und Phrasem-Konstruktionen im Fremdsprachenunterricht, Universität Düsseldorf. https://hdl.handle.net/2078.5/186305